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PFAS Perfluoroalkyl and Polyfluoroalkyl Substances. PFAS, PFOS and PFOA dangerous synthetic substances used in products and materials

PFAS im Trinkwasser: Neue Norm ab Januar 2026

Die Einführung einer obligatorischen PFAS-Überwachung im Trinkwasser markiert einen wichtigen Wendepunkt für die Wasserqualität in der Europäischen Union. Ab Anfang 2026 müssen alle Mitgliedstaaten systematisch auf per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) testen – chemische Verbindungen, die zu den persistentesten und besorgniserregendsten Substanzen gehören, die wir kennen. Die neuen Normen, wie sie in der überarbeiteten EU-Trinkwasserrichtlinie (Richtlinie (EU) 2020/2184) festgelegt sind, sollen die Verbraucher besser vor chronischer Exposition über Leitungswasser und Wasser, das in der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung verwendet wird, schützen.

Was sind PFAS und warum sind sie für die Wasserqualität relevant?

PFAS sind eine große Familie künstlich hergestellter Chemikalien, die seit den 1940er Jahren aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften breit eingesetzt werden. Sie finden Verwendung in Produkten von Textil- und Kochgeschirrbeschichtungen über Feuerlöschschaum bis hin zu industriellen Prozessen. Charakteristisch für PFAS ist ihre extreme chemische Stabilität: Sie bauen sich in der Umwelt kaum ab.

Toxikologisch sind PFAS problematisch, da einige Verbindungen gut vom menschlichen Körper aufgenommen werden und dort lange zirkulieren. Langfristige Exposition gegenüber bestimmten PFAS wurde in epidemiologischen und toxikologischen Studien mit erhöhtem Krebsrisiko, Störungen des Immunsystems, hormonellen Effekten sowie Entwicklungs- und Reproduktionstoxizität in Verbindung gebracht. Diese Effekte treten oft bereits bei geringer, chronischer Exposition auf, sodass selbst Spuren im Trinkwasser langfristig relevant sein können.

EU-Trinkwasserrichtlinie: Harmonisierung der PFAS-Überwachung und -Normen

Die Überarbeitung der europäischen Trinkwasserrichtlinie von 2020 legt erstmals spezifische Verpflichtungen zur Messung und Regulierung von PFAS im Trinkwasser fest. Die Richtlinie trat im Januar 2021 in Kraft und musste bis spätestens 12. Januar 2023 in nationales Recht umgesetzt werden. Ab dem 12. Januar 2026 sind die neuen Grenzwerte und Überwachungsauflagen für alle Mitgliedstaaten verbindlich.

Die EU-Richtlinie sieht zwei alternative Parameter für die Festlegung von Normen vor:

  • PFAS Total: die Summe aller PFAS-Verbindungen, Grenzwert 0,5 µg/L (500 ng/L)

  • Summe von PFAS-20: die Summe von 20 ausgewählten PFAS-Verbindungen, die Anlass zur Sorge geben, Grenzwert 0,1 µg/L (100 ng/L)

Mitgliedstaaten können bei der Umsetzung einen oder beide Parameter wählen.

Nationale Umsetzung in Deutschland

Deutschland hat die EU-Trinkwasserrichtlinie in die Trinkwasserverordnung vom 20. Juni 2023 umgesetzt. Darin ist ein Grenzwert für die Summe von PFAS-20 von 0,1 µg/L festgelegt, der am 12. Januar 2026 in Kraft tritt. Darüber hinaus wird ein zusätzlicher Grenzwert für die Summe von PFAS-4 (PFOA, PFNA, PFHxS, PFOS) von 0,02 µg/L (20 ng/L) eingeführt, der ab dem 12. Januar 2028 verbindlich ist. Trinkwasserverordnung Deutschland

PFAS im Fokus: „Summe PFAS“ und „PFAS insgesamt“

In der Trinkwasser- und Prozesswassergesetzgebung werden häufig zwei Arten von PFAS-Parametern genannt: die Summe ausgewählter PFAS-Verbindungen und PFAS insgesamt. Die Unterscheidung ist sowohl für die Überwachung als auch für die Risikobewertung wichtig. Die Summe spezifischer PFAS wie PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS wird verwendet, da diese gut untersucht, als PBT-Stoffe (persistent, bioakkumulierbar, toxisch) klassifiziert sind und relativ hohe Toxizität und Bioakkumulation aufweisen. PFAS insgesamt umfasst alle per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, auch unbekannte oder weniger untersuchte Verbindungen, und gibt einen Überblick über die Gesamtbelastung der Wasserressourcen. Durch die Überwachung beider Parameter können die giftigsten PFAS gezielt kontrolliert und gleichzeitig ein umfassender Schutz gegen alle persistenten Verunreinigungen gewährleistet werden.

PFAS und ihre Risikoeigenschaften

Persistente Schadstoffe: PFAS zeichnen sich durch außergewöhnliche chemische Stabilität aus. Sie bauen sich kaum ab und bleiben über Jahre bis Jahrzehnte in Boden, Wasser und Sedimenten. Beispiele: PFBA, PFPeA, PFHxA, PFBS.

PBT-Stoffe (persistent, bioakkumulierbar, toxisch): Klassische, meist langkettige PFAS reichern sich im Körper an und wirken toxisch, u. a. auf Leber, Immunsystem und Fortpflanzung. Beispiele: PFOA, PFNA, PFDA, PFOS, PFHxS.

PMT-Stoffe (persistent, mobil, toxisch): Weniger bioakkumulierend, aber sehr mobil im Wasser, schwer mit herkömmlichen Verfahren entfernbar. Beispiele: PFBA, PFPeA, PFBS, PFHxA.

Die Einteilung in PBT- und PMT-Stoffe verdeutlicht, dass PFAS sowohl ein Gesundheits- als auch ein Betriebsrisiko darstellen. PBT-Stoffe sind vor allem für Lebensmittelsicherheit relevant, PMT-Stoffe für die Wasserqualität, Compliance und Risikomanagement in Produktionsprozessen.

Ursachen, Prävention und Behandlung

PFAS-Kontamination kann aus industriellen Einleitungen, Emissionen aus Konsumgütern, atmosphärischen Ablagerungen oder historischen Quellen wie PFAS-haltigem Feuerlöschschaum stammen. Prävention ist die erste Verteidigungslinie: Minimierung des PFAS-Einsatzes, verbessertes Prozess- und Abfallmanagement sowie Verantwortlichkeit der Verursacher. Technologien wie Umkehrosmose, Nanofiltration, Adsorption oder oxidative Verfahren können PFAS reduzieren, sind jedoch kostenintensiv und erfordern sorgfältige Rückstandsbehandlung.

Bedeutung von Analyse und Überwachung

Für QA-Manager in der Lebensmittelindustrie ist die Analyse und Überwachung der Wasserqualität in erster Linie ein Präventionsinstrument und nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung. Trink- und Prozesswasser sind kritische Rohstoffe: Eine Überschreitung der PFAS-Grenzwerte kann zu Produktionsstillständen, Blockaden oder Rückrufaktionen, erhöhtem Auditdruck und Reputationsschäden führen. Darüber hinaus kann eine langfristige Exposition gegenüber erhöhten PFAS-Konzentrationen zu einer Anreicherung in Produkten führen, was das Risiko für die Lebensmittelsicherheit weiter erhöht.

Eine strukturelle, zuverlässige Überwachung ermöglicht es, Trends und Abweichungen frühzeitig zu erkennen, noch bevor gesetzliche Grenzwerte tatsächlich überschritten werden. So können gezielte Maßnahmen an der Quelle, im Prozess oder bei der Wasseraufbereitung ergriffen und reaktive Eingriffe vermieden werden. Ausreichende und qualitativ fundierte Analysen sind daher ein Schlüssel zu betrieblicher Kontinuität und proaktiver Lebensmittelsicherheit.

PFAS-Analysen mit Sicherheit durch Normec

Die Zusammenarbeit mit Laboren der Normec-Gruppe in Deutschland bietet QA-Managern eine zuverlässige, auditfähige und rechtlich belastbare Basis für PFAS-Analysen in Trink- und Prozesswasser. Unsere Labore decken klassische und ultrakurze Ketten-PFAS ab und liefern Ergebnisse, die Compliance, Genehmigungen und Risiko-Management optimal unterstützen. Normec ist mehr als ein Labor – ein strategischer Partner für Wasserqualität und Lebensmittelsicherheit.

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